Homepage Verein Kalender Ergebnisse Mannschaften Spieler Sonstiges Kontakt Links
 
50 Jahre SKC Steig Bindlach (Teil 2)

1975 war das Jahr der Frau. Um sich nicht ewig hinter den Männern verstecken zu müssen, holten sie sich in Regensburg die Bayerische Meisterschaft. Auch Angelika Fischer (jetzt verh. Franke) macht von sich reden. Sie holte den bis heute einzigen Einzeltitel nach Bindlach. Bei den Juniorinnen war sie nicht zu schlagen und wurde Deutsche Meisterin , was ihr auch einen Platz im Nationalteam einbrachte.

1978 wurde im Kegeln eine neue Klasseneinteilung vorgenommen. Bindlach wurde in die 2. Liga eingestuft. Voraussetzung hierfür war allerdings eine Vier-Bahnen-Anlage. Parallelen zu 1966 standen an. Es galt also wieder blitzschnell zu handeln. Für den 1. Vorsitzenden Klaus Streng keine Frage, dass diese Voraussetzungen geschaffen werden mussten. Der Beschluss der Versammlung war einstimmig. In über 5000 Stunden Eigenleistung wurde die bestehende Anlage erweitert, und man war stolz, als man im Herbst auf seinem Schmuckstück in die erste Zweitligasaison starten konnte.

Der Verein war inzwischen auf über 200 Mitglieder angewachsen. Davon waren über 120 Aktive im Einsatz. Eine in Deutschland wohl einmalige Zahl. Drei bis vier Damenmannschaften, acht bis neun Herrenmannschaften und etwa vier Jugendmannschaften, in diesem Dreh bewegten sich die Mannschaftsmeldungen in dieser Zeit. Drei Jahre dauerte es, bis sich die Steiger ihren Wunschtraum erfüllen konnten: Aufstieg in die 1. Kegler-Bundesliga. Fünf Jahre konnte die Klasse erhalten werden. Dabei konnte man bis auf Vollkugel Eppelheim alle Mannschaften mit Rang und Namen bezwingen. Ein fünfter Platz, den die Bindlacher als beste Platzierung erreichten, sollte wohl auch als die sportlich wertvollste in die Klubgeschichte eingestuft werden. In dieser Zeit tat sich Heinricht Lerner besondes hervor. Neben guten Platzierungen bei Deutschen Meisterschaften, krönte er 1982 seine Laufbahn, als er mit der Nationalmannschaft in Brünn Vizeweltmeister wurde.

Sieben Jahre 1. Bundesliga

In der Saison 1979/80 machte der SKC Steig mit der Zweitliga-Meisterschaft den Aufstieg ins Kegler-Oberhaus perfekt. Obwohl man vier Mal bei Deutschen Meisterschaften auf dem Treppchen stand und jeweils Dritter war, ist der Aufstieg in die Eliteklasse mit Sicherheit höher zu bewerten. Dieses Unternehmen sollte zunächst 5 Jahre dauern, ehe man im Jahre 1985 wieder den Weg nach unten antreten musste. Im Jahre 1988 war es dann wieder soweit. Ein zweites Mal schafften die Bindlacher den Weg in die höchste Deutsche Spielklasse. Mit jungen Spielern wurde die Mannschaft aufgefrischt. Einmalig ist dabei, dass Hermann Birner mit seinen drei Söhnen in der Mannschaft kegelt. Stefan Birner konnte mit guten Leistungen aufwarten, die ihm eine Berufung ins Junioren-Nationalteam einbrachte. Bei den Weltmeisterschaften konnte er sich mit seiner Mannschaft den Welttitel an die Brust heften. Diesmal allerdings sollte der Aufenthalt deutlich kürzer werden. Nach zwei Serien musste man sich wieder aus dem Oberhaus verabschieden. Dennoch haben die Aktiven als auch die Zuschauer eine schöne Erinnerung an diese Zeit.

Wer in einem Verein tätig ist, weiß, dass nicht immer nur die guten Seiten überwiegen. Auch Rückschläge müssen weggesteckt werden. Und dass dies eines Tages kommen würde, darüber war man sich im Klaren. Und so war es auch nicht verwunderlich, dass die 1. Herren-Mannschaft nach vielen Jahren der Zweitligazugehörigkeit in die Bayernliga absteigen musste. Trotz dieser Tatsache hatte der SKC aber auch das Feiern nicht verlernt. Das Sommernachtsfest im Steiggarten, zwischen der alten Scheune und er Kegelbahn, war ein idealer Standort für rauschende Feste. Mit viel Liebe wurde der alte Saustall zu einer Bar ausgebaut und aus dieser war es sehr schwer, die Allerletzen auf den Heimweg zu schicken. Da bedurfte es machmal schon gehörig viel Diplomatie, um das Fest nicht ausarten zu lassen. Auch die Weihnachtsfeier wurde wieder zu festen Einrichtung im Klubleben. Besonders der Nikolaus in Person von Helmut Irmler brachte immer wieder Lachsalven hervor, wenn er die Kegler-Familie von Jahr zu Jahr humoristisch auf die Schippe nahm. Aber nicht nur er, auch unsere Laien-Spielgruppe, die kurze Mundart-Schmankerl zum Besten gaben, hatten in kurzer Zeit die Lacher auf ihrer Seite. Kurzum die Weihnachtsfeier ist aus dem Klubleben fast nicht mehr wegzudenken.

Die Spitze des SKC Steig ist in den letzten Jahren etwas breiter geworden, denn neben den Herren, hat sich auch die erste Damen-Mannschaft immer mehr steigern können. Mit enormen Trainingsfleiß wuchs ihre Leistung stetig und im Jahr 1993 war es dann endlich soweit. Der Aufstieg in die Bayernliga war geschafft. In den letzten beiden Jahren setzten sich unsere Damen immer besser in Szene und kegelten jeweils um den Aufstieg in die 2. Bundesliga mit. Am Ende mussten sie allerdings knapp anderen Mannschaften den Vortritt lassen. Auch die 2. und 3. Mannschafte bei den Damen als auch bei den Herren arbeiteten sich im Laufe der Jahre in so hohe Klassen, dass es schon fast Probleme mit der Besetzung gibt.

Dies war nur eine kleine Palette sportlicher Erfolge. Wer einen Blick in die Pokalvitrinen im Bindlacher Keglerheim wirft, kann sich vorstellen, wie erfolgreich hier gekegelt wurde und noch wird. Sieht man sich heute in den oberen Etagen des Kegelsports um, so wird man überrascht, mit welchen Geldsummen dort Spieler gehandelt werden. In Bindlach werden hier nur kleine Brötchen gebacken. Vorrangiger Gedanke war schon immer die Bodenständigkeit. Bis heute hat man damit eine glückliche Hand gehabt.

Dass der SKC Steig Bindlach ein Verein mit Grundsätzen ist, geht schon aus der Tatsache hervor, dass nach 50 Jahren Vereinsgeschichte erst der zweite Vorsitzende am Ruder ist. Dies ist ein Zeichen dafür, dass mit viel Fingerspitzengefühl und Diplomatie gearbeitet wurde. Garant für diese nicht immer einfache Arbeit war und ist 1. Vorsitzender Klaus Streng, der im Jahr 2000, 27 Jahre lang in Folge dieses Amt ausübt. Gerade ihm lag es am Herzen, dass die 4-Bahnen-Anlage immer auf den neuesten Stand gebracht wurde. Über 100.000 DM musste in die neuen Bahnen gesteckt werden, um sie wieder zu dem Schmuckstück zu machen. Dass man sich die auch leisten konnte, hatte aber auch einen Grund. Nachdem an den SKC Steig die Bitte herangetragen wurde, doch die Bindlacher Kerwa auszurichten, war die überwiegende Mehrheit im Klub der Meinung, diese Herausforderung anzunehmen, und so war man für kurze Zeit ein Gastronomiebetrieb. die Bilaz fiel dabei so gut aus, dass man sich auch die zuletzt getätigte Investition leisten konnte. Und so stehen die "Steiger" nach 50 Jahren Vereinsgeschichte auf gesunden Füßen, mit denen man voller Zuversicht ins nächste Jahrtausend treten sollte.

Weitere Bilder:

Jugend 1983 Nachwuchs 1985 Fasching Unsere Anneliese Bahnumbau 2000 Bahnumbau 2000 Einweihung 2000

Letzte Aktualisierung: 06. Februar 2012 9:09
Copyright 2002 SKC Steig Bindlach